Post it! − Postblock, Berlin-Mitte
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Freiraum Postblock Berlin-Mitte | Im Herzen Berlins, in unmittelbarer Nähe von Checkpoint Charly, Finanzministerium, Martin-Gropius-Bau und ehemaligem kaiserlichem Reichspostamt – dem heutigen Kommunikationsmuseum – entstand ein Projekt, das Schönheit und Möglichkeiten einer temporären Brache sichtbar machen will.

Um das Potential des Heterogenen zu verdeutlichen und sichtbar zu machen, wird die Einfassung des Quartiers zunächst als „schwarzer Filter“ herauspräpariert. Unwichtiges soll geschluckt und damit ein Rahmen für den Blick auf die Berliner Realität geschaffen werden. Als Filter dienen schwarzer Basaltschotter in unterschiedlichen Körnungen, schwarzes wasserdurchlässiges Pflaster oder schwarzer Asphalt. Hochborde als Einfassungen sind schwarz versiegelt. Ein schwarz lackierter Stabmattenzaun fasst den Großteil des Geländes ein. Drei Platzflächen werden durch überhöhte Zäune aus schwarzem Streckmetall hervorgehoben, hier konzentrieren sich stadträumliche Interventionen.

Die vielfältigen temporären Nutzungen und fliegenden Bauten werden als „Monumente des Alltags“ interpretiert und neu geordnet. Das geschieht mittels Übertragung einer profanen Alltagstechnik: der post-its, jener gelben Klebezettel, mit denen Nachrichten oder kurze Botschaften kommuniziert werden. Diese Gebrauchstechnik wird zum Gestaltungsprinzip erhoben, sie verbindet Historie und das Gelb der namensgebenden Post mit den symbolisch überhöhten Pavillons an der Zimmerstraße. Als post-its dienen gelbe Tafeln, Stadtmöbel und Werbeträger wie Currywurst, Trabi, Telefonzelle – die durch den Filter aus schwarzen Materialien zum Leuchten gebracht werden.

An drei Platzsituationen werden erinnerte oder aktuelle Nutzungen besonders sichtbar. So wurden am „Platz der Alltagsmonumente“ die vorhandenen Geschäftscontainer neu geordnet und ebenso wie bestehende Werbeträger in gelber Farbe foliert oder umlackiert. Ein gelber Trabant mit schwarzem Postblocklogo auf schwarzem Sockel steht zeichenhaft für diesen Abschnitt der Zimmerstraße. Auf dem „Buchhändler-Platz“ am ehemaligen Buchhändlerweg zeigt ein gelber Trafo den Weg zum e werk, dem ehemaligen Elektrizitätswerk und heutigen Kulturstandort. Den „Postplatz“ an der Leipziger Straße dagegen markiert eine gelbe Telefonzelle auf schwarzem Sockel. Sie verweist auf das ehemalige Postamt.

Gelbe Bänke flankieren die Aufenthaltsbereiche der Plätze. Auf den Böden sind Teppiche „ausgerollt“, deren Muster aus abstrahierten gelben Posthörnern gebildet sind.


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